Startseite Management Wer Fühlen kann ist klar im Vorteil: Wie Unternehmen von Coachings profitieren können

Wer Fühlen kann ist klar im Vorteil: Wie Unternehmen von Coachings profitieren können

von Florian Weis
Steffen Behn

Bei allen Unternehmen zählt am Ende das operative Ergebnis. Doch es gibt viele Wege, die dorthin führen: Einige Unternehmen eifern den Zahlen und dem Geld nach, wollen immer schneller und effizienter arbeiten und blenden dadurch die „Soft Skills” komplett aus. Stattdessen wird auf „Hardfacts“, das Erreichen von KPIs oder das Festzurren von Prozessen gesetzt. Menschen sind aber keine Maschinen, die stupide auf ein Ziel hinarbeiten. Zumindest nicht nach meinem Führungsverständnis. Menschliches Verhalten wird immer durch Emotionen bestimmt. Dem Umgang mit ihnen sollte daher viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im Business-Kontext wird dies aber leider noch zu oft unterschätzt. Deshalb haben wir uns bei Celebrate dazu entschlossen, Coachings für das Leadership Team einzuführen. Was vielleicht nach einem kleinen Incentive klingt, ist tatsächlich ein wesentlicher Hebel zur Verbesserung der gesamten Team-Performance. Denn: Die Arbeit an den eigenen Emotionen und Prägungen ist vor allem in Führungspositionen extrem wichtig. Emotionale Intelligenz wird nicht ohne Grund auch von Forbes als eines der Key-Skills für Führungskräften gewertet.

Empathie lässt sich lernen

Coachings haben zur Folge, dass wir (eigene Muster) erkennen und so einen besseren Umgang mit uns selbst und damit auch anderen bekommen. Individuelle Einzel-Coachings ermöglichen es, eigene Reaktionen und Emotionen besser zu verstehen und zu evaluieren. Zusätzliche Gruppen-Coachings schaffen eine grundlegende Vertrauensbasis und helfen uns dabei, Empathie zu stärken. Oft nehmen wir im Team eine andere Rolle ein – auch unterbewusst, ohne es zu merken. Ein Verständnis für die eigene Rolle innerhalb des Teams zu entwickeln und sich in das Gegenüber hinein zu versetzen, sind Fähigkeiten, die jede Führungskraft trainieren kann und sollte.

Prägungen verstehen, Reflektionsvermögen trainieren

Eigene Reaktionen – insbesondere in Stresssituationen – resultieren oft aus tief verankerten Prägungen aus der Kindheit oder Glaubenssätzen, die, um sie aufzulösen, verstanden und wiederholt evaluiert werden müssen. Wenn eine selbstkritische Führungskraft beispielsweise für etwas kritisiert wird, mit dem sie oder er selbst unzufrieden ist, kann leicht zu aggressiven Verhalten und irrationalen Reaktionen gegenüber Gesprächspartner:innen oder Mitarbeitenden führen.

Lernt man die zugrunde liegenden Auslöser (Prägungen) besser kennen, kann man eigene Gefühle und Reaktionen nicht nur verstehen, sondern sie auch lenken. Wir möchten mit den Coachings verhindern, dass persönliche Glaubenssätze oder Probleme auf andere projiziert werden – und im schlimmsten Fall das Team darunter leidet.

Umgang mit unterschiedliche Persönlichkeitstypen

Coachings schulen einem nicht nur im Verständnis der eigenen Schwächen und Stärken, sondern auch im Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen. Basierend auf dem Harrison-Assessment erlernen unsere Führungskräfte, mit welchem Persönlichkeitstyp sie wie umgehen und wann man selbst in welche Rolle schlüpft. Sie lernen somit nicht nur sich selbst besser kennen, sondern auch das eigene Handeln im Kontext mit anderen besser verstehen.

Fazit

Ja, am Ende zählt das operative Ergebnis. Doch anstatt Menschen einfach nur Tools zur Produktivitätssteigerung vorzuführen, sollte man ihnen lieber helfen, sich selbst mit den wichtigen Dingen zu befassen. Wir wollen unseren Mitarbeitenden ermöglichen, an sich selbst und der eigenen emotionalen Intelligenz zu arbeiten. Die Coachings ermöglichen es, zu einem ähnlichen Endergebnis bei deutlich weniger Stressempfinden zu gelangen – und darüber hinaus auch das Verständnis unter Kolleg:innen zu verbessern.

Über den Autor:

Steffen Behn, 36, führt als Co-CEO zusammen mit Patrick Leibold die Geschäfte der celebrate company Unternehmensgruppe. Mit den Tochterunternehmen kartenmacherei, celebrate Apps und celebrate digital printing gehört die celebrate company zu den führenden Anbietern für personalisierbare Druck- und Fotoprodukte in Europa.

Behn war 2014 als Produkt- und Organisations-Experte Behn zur kartenmacherei gekommen und dort als CTO zunächst maßgeblich für den Aufbau von Tech als Kernkompetenz des Unternehmens verantwortlich. 2016 steuerte Steffen Behn die Wandlung des Unternehmens von einer klassischen Organisation zum kundenzentrierten New-Work-Pionier und prägt bis heute die innovative Unternehmenskultur der celebrate company.

Der gebürtige Lübecker ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Bildquellen

  • Steffen Behn: celebrate company

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